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Sniper-Komplize aus Woshington wollte fliehen
Verfasst am: 26.10.2002, 22:22




Der Helfer des mutmaßlichen Heckenschützen von Washington, der 17-jährige John Lee Malvo, hat offenbar einen Fluchtversuch unternommen. Als alle Ermittlungsbeamten nach einem Verhör gerade den Raum verlassen hatten, versuchte er, über einen Lüftungsschacht in der Decke zu entkommen, wie der Nachrichtensender CNN am Freitagabend (Ortszeit) berichtete.

Der Fluchtversuch sei jedoch noch rechtzeitig entdeckt worden, hieß es. Es ist nicht bekannt, wo Malvo inhaftiert ist. John Allen Muhammad wird in einem Hochsicherheitsgefängnis in Baltimore in Maryland festgehalten, wie die Behörden mitteilten.

Heckenschützen droht die Todesstrafe

Malvo und der 41-jährige Golfkriegsveteran Muhammad werden des zehnfachen Mordes beschuldigt. Maryland erließ am Freitagabend als erster US-Staat Haftbefehl gegen die zwei Männer wegen sechsfachen Mordes und will zumindest gegen den älteren die Todesstrafe fordern. Staatsanwalt Douglas Gansler aus Maryland erklärte in Rockville, Muhammad müsse im Falle eines Schuldspruchs mit seiner Hinrichtung rechnen.

Er deutet aber an, dass der Staat für Malvo nicht die Todesstrafe beantragen werde. In Maryland halte man ein solches Urteil für einen Jugendlichen nicht für angemessen. Der 17-Jährige solle jedoch ein Gerichtsverfahren wie ein Erwachsener erhalten. Gansler wies aber darauf hin, dass der Staat Virginia eine andere Auffassung bezüglich der Todesstrafe für Malvo vertreten könnte.

Anklagen auch in anderen Staaten erwartet

Mit Mordanklagen ist auch in weiteren US-Staaten zu rechnen, in denen die am Donnerstag Festgenommenen mehrere Menschen erschossen haben sollen. Es wurde erwartet, dass Virginia und der District of Columbia von Washington in Kürze folgen würden.

Ein Anklage wegen Mordes war auch aus Alabama zu erwarten, allerdings in einem anderen Fall. Sie sollen dort Ende September bei einem Raubüberfall auf eine Getränkehandlung eine Frau getötet und eine weitere verwundet haben. Auch in Alabama will die Staatsanwaltschaft nach Anaben aus Justizkreisen vom Freitag die Todesstrafe fordern.

Falsches Fahrzeug, richtige Täter

Obwohl die Heckenschützen entgegen den Augenzeugenberichten niemals mit einem weißen Minivan unterwegs gewesen sind, waren sie den Ermittlern ins Netz gegangen.

Drei Wochen lang hatte die US-Polizei nach einem weißen Fahrzeug in „Kastenform“ gefahndet. Gleich mehrere Zeugen wollten es an einigen der Tatorte gesehen haben. Zwar wechselte bei den Beschreibungen manchmal der Fahrzeugtyp, aber immer blieb das vermeintliche Tatauto weiß und in „Kastenform“. Jetzt scheint es, als seien alle diese Tipps falsch gesesen.

Tatauto war immer blau

Nach Medienberichten vom Freitag hatte die Polizei keinerlei Hinweise darauf, dass die als Sniper festgenommenen Muhammad und der 17-Jährige jemals einen weißen Minivan oder Kleinlaster benutzten. Sie hätten nach bisherigen Erkenntnissen ihre Zeit ausschließlich in jenem blauen Chevrolet Caprice verbracht, in dem sie schließlich auch gefasst wurden.

Wichtiger Zeuge gesucht

In Zusammenhang mit dem Fall des Heckenschützen werden ein 26-jähriger Mann aus New Jersey als wichtiger Zeuge gesucht. Er soll Mitbesitzer des Chevrolet von Muhammad sein, das nach Ansicht der Ermittlungsbehörden als Tatfahrzeug benutzt wurde.

Im Schlaf überrascht

Die Heckenschützen hatten in den vergangenen Wochen zehn Menschen wahllos getötet und drei weitere verletzt. Der Veteran und der Teenie waren am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) rund 80 Kilometer von Washington entfernt in ihrem Auto aufgespürt und festgenommen worden. Ballistische Tests hätten ergeben, dass das im Auto der beiden gefundene Gewehr definitiv die Mordwaffe sei, teilte die Polizei mit.

„Wir fühlen uns gut. Wir haben die Waffe, sie ist nicht mehr auf der Straße“, sagte Fahndungsleiter Charles Moose. Bereits zuvor hatten sich die Hinweise gehäuft, dass es sich bei den Verhafteten tatsächlich um die Personen handelt, die für die Mordserie verantwortlich sind.

Wagen war zum Töten präpariert

Nach Medienberichten deuten darauf auch die „Scharfschützen"-Erfahrung Muhammads sowie eine Art Schießscharte in dem Fahrzeug hin, in dem das Duo gestellt wurde. Danach wies das Auto im Kofferraum zwei große Löcher auf – eines für den Gewehrlauf und eines für das Zielfernrohr. Die Polizei schließt daraus, dass zumindest bei mehreren der Anschläge aus dem Kofferraum heraus geschossen wurde. Sie nannten das Fahrzeug in diesem Zusammenhang eine „wahre Tötungsmaschine“.

Erleichterung in ganz Washington

Nach über drei Wochen der Angst und des Terrors füllten sich in Washington leer gewordene Restaurants, Cafés und Einkaufszentren wieder. Schulkinder durften endlich im Freien toben, nachdem der Unterricht wegen der drohenden Gefahr hinter abgeschlossenen Türen stattgefunden hatte und alle Aktivitäten draußen eingestellt worden waren.

Auch der Betrieb an den Tankstellen nahm spürbar zu: Viele Autofahrer hatten die Zapfsäulen nach wiederholten Anschlägen beim Tanken gemieden.




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Gast






Verfasst am: 10.11.2002, 11:16


D ie mutmaßlichen Heckenschützen von Washington haben ihre Mordserie offenbar Tat für Tat sorgfältig geplant. Der 17-jährige John Lee Malvo gab nach Informationen der „Washington Post“ vom Sonntag bei den Vernehmungen an, er habe die Tatorte zusammen mit dem 41-jährigen John Allen Muhammad ausgekundschaftet. Die beiden werden für 19 Bluttaten verantwortlich gemacht, die in 13 Fällen tödlich ausgingen.

Wie Soldaten seien sie vorgegangen, erklärte Malvo nach einem Bericht in der Online-Ausgabe der Zeitung. Einer sei der Späher und der andere der Schütze gewesen. Während der siebenstündigen Vernehmung gab Malvo der „Post“ zufolge zu, selbst mehrmals den Finger am Abzug gehabt zu haben. Die beiden hielten Kontakt mit Hilfe von Funkgeräten. Wenn der Verkehr oder andere Bedingungen ungünstig waren, änderten sie kurzfristig ihre Pläne.

Malvo sei sehr gesprächig gewesen und habe teilweise mit seinen Taten geprahlt, erklärten die Informanten der Zeitung. Er habe sich aber geweigert, konkrete Aussagen über Muhammed zu machen, und stattdessen in der Wir-Form gesprochen. Muhammad hat es bisher abgelehnt, sich zu den Vorwürfen zu äußern.




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Gast






Verfasst am: 25.11.2002, 14:38


wisst ihr, was mir gerade aufgefallen ist?

seht mal hier:


und jetzt in meine signatur!



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Gast






Verfasst am: 20.05.2003, 18:23



toll. Ich bin auf der Suche nach dem Protokoll des Verhörs, hab aber bis jetzt keine verwertbare Seite gefunden. Habt ihr vielleicht einen Link anzubieten?


 
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