Die meisten Leute, die eine Email-Adresse seid längerem verwenden und auch im Internet aktiv sind, kennen das Problem: Unerwünschte Werbemails in der Mailbox! Aufdringlich, nervtötend und in rauhen Mengen.
Woher haben die meine Emailadresse?
Auf dem Weg durchs Internet hinterläßt man nahezu unweigerlich des öfteren seine Mailadresse, sei es in Gästebüchern, in Foren, im Usenet oder einfach auf seiner eigenen Homepage. Die Adressensammler verwenden ähnlich wie Suchmaschinen Programme, die automatisch das Web oder Newsgroups abklappern und alles speichern, das wie eine Emailadresse aussieht. Einmal in den Fängen der Spammer erhöht sich die Zahl der Werbemails kontinierlich, da die Adressen für gutes Geld weiterverkauft werden.
Wie können die Spammer ihre Mails versenden?
Meist mißbrauchen sie fehlerhaft konfigurierte Mailserver oder Freemailer, bei denen die Identität bei der Anmeldung nicht überprüft wird. Häufig agieren sie auch aus Ländern, in denen es keine Gesetze gegen unerlaubte Emailwerbung gibt.
Dies kann problematisch für Betreiber von schlecht konfigurierten Mailservern werden, denn sie werden schnell in sog. Schwarze Listen aufgenommen, in denen bekannte Spam-Domänen aufgelistet werden, so daß gut gepflegte Maildienste/Server keine Mails mehr von diesen Domänen akzeptierten.
Der Trick mit 'unsubscribe'
Ein gerne verwendeter Trick in Spammails ist es, am Ende der Mail eine Möglichkeit zu bieten sich aus der Liste austragen zu lassen. Wenn es ein seriöses Unternehmen ist, das dies anbietet funktioniert das auch (es gibt natürlich auch Erotikseiten, die in diese Kategorie fallen). Allerdings sind Spammer bereits dadurch, das sie ihrer illegalen Tätigkeit nachgehen mehr als unseriös. Am leichtesten lassen sich die Tricks durchschauen, wenn die Anwortmailadresse bei einem Freemailprovider liegt, also z.b. folgendermassen aussieht: unsubscribe_now@yahoo.co.uk
Wenn man nun auf die Spammail aus dunklen Kanälen antwortet und sich aus der Liste austragen lassen will, wird man zum 'Premium-Kunden' der Spammer, denn eine verifizierte Emailadresse (also eine, die tatsächlich verwendet wird) ist ziemlich viel Geld wert, wenn man sie weiterverkauft. Und genau das wird mit ihrer Emailadresse geschehen, wenn man antwortet.
Also Spam löschen, filtern und einige durchkommende Spammails zähneknirschend akzeptieren, aber niemals auf eine unseriöse Email antworten, denn damit erreicht man das genaue Gegenteil, man bekommt nur noch mehr Werbung in den elektronischen Briefkasten.
Wie kann ich die Werbeflut eindämmen?
Zum Glück gibt es einige Möglichkeiten um die unerwünschten Mails fernzuhalten, besonders wenn man einen Freemailer verwendet, bei dem man schon serverseitig filtern lassen kann, wie z.B. GMX, an dem ich das Vorgehen exemplarisch erläutern werde. Bei anderen Anbietern läßt es sich ähnlich realisieren.
Bei GMX kann man detaillierte Filterregeln definieren und auf einfachste Weise komplette Domänen, von denen man unerwünschte Mails erhält, aussperren.
Betrachten wir zuerst den einfachen Mailfilter, zu finden unter Optionen / AntiSpam. Hier können wir wie schon erwähnt komplette Domains samt Subdomains oder auch nur einzelne Emailadressen filtern lassen.
Um eine Mailadresse in die Liste aufzunehmen, muß man sie einfach in den Kasten unerwünschte Absender eintragen und speichern. Emailadressen direkt auszufiltern ist aber sehr uneffektiv, da eine Spamadresse in der Regel nur einmal Verwendung findet.
Sinnvoller ist es, falls man von der Domain ohnehin keine ernsthaften Mails erwartet, sie permanent zu sperren. Hier bieten sich zwei Möglichkeiten: Die Sperrung der Domain oder die Sperrung der Domäne zuzüglich aller Subdomains.
Die Sperrung der Domain erreicht man bei GMX mittels %@spamversand.com alle Subdomains setzt man mit %spamversand.com auf die Ausschußliste, man deckt damit also auch ...@spam.spamversand.com, ...@nervmich.spamversand.com, usw. mit ab. Empfehlenswert ist die letzte Variante, da sie mehr Eventualitäten abdeckt. Ähnliche Schutzvarianten werden auch von vielen anderen Freemailprovidern angeboten.
Wichtig ist hier auch, den kompletten Mailheader anzuschauen, denn die Absenderadresse die das Mailprogramm anzeigt ist leicht zu fälschen und wenig aussagekräftig. Die Mailadresse, die man gegebenenfalls findet, sollte man dann in die Ausschußliste aufnehmen.
Mit der Zeit wird der Spamschutz immer besser, je mehr Domänen man berücksichtigt.
Trotzdem immer noch zuviel Spam in der Mailbox?
Nun kommen wir zu den Filterregeln, die GMX anbietet. Mit deren Hilfe kann man gezielt nach Mustern in Spammails suchen und sie ausfiltern.
Häufig kennzeichnen Spammer ihre Mails relativ eindeutig, indem sie im Betreff nach dem eigentlich Text viele Leerzeichen und dann eine Zahlenkombination folgen lassen. Das sieht dann in etwa so aus:
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(Anm.: Die Leerzeichen zwischen dem Betreff und der Zahl müßt ihr euch denken, denn ich habe nicht rausbekommen, wie ich Leerzeichen via VB erzwingen kann...)
Diese Mails kann man recht leicht ausfiltern: Wir wählen Filterregeln / Neue Filterregel definieren und legen einen Namen fest wie LeerzeichenSpam. Dann wählen wir die Bedingung: 'Betreff enthält' und fügen in das Textfeld 12-14 Leerzeichen ein. Unten wählen wir als Aktion 'Mail löschen'. Speichern und fertig ist unsere erste Filterregel.
Länderdomänen ausschließen
Trotzdem dürften sicher noch einige Spammails in der Mailbox landen. Weitere Abhilfe schafft es, nach den Absenderländern der Spammer zu filtern. Ein großer Teil des Spams trägt die Endungen:*.ru oder *.ro Teilweise wird auch gerne *.kr, *.cn, *.dk, *.bu und *.jp verwendet.
Falls man keine regulären Mails aus Russland, Rumänien, Bulgarien usw. erhält, kann man diese Länder getrost ausfiltern. Wir definieren uns wieder eine neue Filterregel und wählen 'Absender enthält' und geben .ru in die Textbox ein. Dann wählen wir als Verknüpfung 'oder' und wieder 'Absender enthält' und hacken diesmal .ro ein.
Schließlich wieder 'Mail löschen' als Akion und das speichern der neuen Regel nicht vergessen! Auf diese Art kann man einfach einen guten Teil der Werbung loswerden. Man sollte wie erwähnt natürlich keine Landesdomänen aussperren, aus denen man erwünschte Mails bekommt!
Erstmal auf Probe filtern
Die obigen Filterregeln sollte man am Anfang einige Wochen 'auf Probe' laufen lassen, d.h. die Mails nicht sofort löschen lassen, sondern die Option "verschieben in: Unerwünschte Nachrichten" wählen. In diesem Verzeichnis dann auch gelegentlich nachschauen, ob etwas unbeabsichtigt 'unter die Räder' gekommen ist und dann gegebenenfalls die Filterregeln weniger streng wählen.
Asiatische Werbung gefällig?
Einige Glückliche erhalten für den asiatischen Raum bestimmte Werbmails, die auf einem europäischen Mailclient nur als wilder Zeichenwirrwar dargestellt werden. Diese kann man aber auf eine einfache Weise ausfiltern: Wir wählen 'Betreff enthält' und kopieren ein häufig vorkommendes exotisches Zeichen in die Textbox. Vier bis sechs solcher Regeln mit 'oder' verknüpft sollten das meiste abblocken.
Häufig vorkommende Zeichen sind unter anderem: Ñ Ê Ð Ï Ã ç
Ich weiss, es ist viel Text,aber dafür ausführlich.