Terroranschlag! Alpträume verfolgen die Menschen bis heute Verfasst am: 11.09.2002, 23:01
Wer in diesen Tagen New York besucht, findet eine Stadt, die längst zum Alltag zurückgefunden hat. In den Straßen wird gedrängelt und gehupt, in den Parks genießen die Menschen den Spätsommer. Die Anzeigen in den U-Bahnen "New York needs us strong" erinnern an die Katastrophe vom 11. September. Und der Blick nach Süden natürlich - dorthin, wo die Zwillingstürme einst standen.
Erste Studien zeigen seelische Folgen Es scheint, als sei der Alltag nach New York zurückgekehrt. Doch Psychologen befürchten, dass die scheinbare Normalität schwere psychische Verletzungen verdeckt. "New Yorker sind zusammen durch ein schweres Trauma gegangen", sagt Sandro Galea, Epidemologe an der New York Acadamy of Medicine. In den vergangenen Monaten sind die ersten großen Studien über den Seelenzustand der Großstädter veröffentlicht worden. Sie zeigen, wie sehr die Katastrophe noch nachhallt.
Jeder Zehnte leidet heute noch Die erste Studie, die im New England Journal of Medicine erschien, zeigte, dass rund zehn Prozent der erwachsenen Bewohner Manhattans unter der Krankheit "posttraumatisches Stress-Syndrom" (PTSD) litten. Das sind 100.000 Menschen. Die Studie basiert auf einer Umfrage unter 1.000 New Yorkern, die unterhalb der 110. Straße in Manhattan wohnen.
Auch Schulkinder sind betroffen Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine Studie über die New Yorker Schulkinder. Forscher der Columbia University befragten 8.300 Kinder von der vierten bis zur zwölften Klasse. Zehn Prozent zeigten alle sechs PTSD-Symptome: Schlaflosigkeit, Alpträume, Flashbacks, Konzentrationsprobleme und die Weigerung, über die Katastrophe zu reden oder Orte aufzusuchen, die daran erinnern. Sogar 15 Prozent der 750.000 New Yorker Schulkinder haben Angst vor öffentlichen Plätzen. Viele fürchten sich auch im Schulbus oder der U-Bahn.
Augenzeugen leiden mehr Am schwersten betroffen sind diejenigen New Yorker, die in der Nachbarschaft von Ground Zero wohnen, zur Schule gehen oder arbeiten. "Ich weine praktisch jeden Tag", sagt Karen Brodsky. Die Mutter spielt mit ihren zwei kleinen Kindern in einem Park nur vier Blocks vom Ort der Katastrophe entfernt. "Ich glaube, es war so ein bedeutendes Trauma, dass die ganze Stadt gelitten hat", sagt Galea, Forschungsleiter der ersten Studie. In den letzten Monaten dürfte sich die Bevölkerung etwas erholt haben, fügt er hinzu.
Depressionen können die Folge sein Doch andere Psychologen warnen, die Probleme existierten weiterhin und seien zu gefährlich, als dass sie ignoriert werden könnten. So könne ein PTSD-Kranker ohne Therapie leicht in die Depression abgleiten, sagt Roy Lubit, Psychiater am St.-Vincents-Krankenhaus im Greenwich Village. Erschwerend kommt hinzu, dass viele der unmittelbar Betroffenen, wie Feuerwehrleute oder Investmentbanker, aus einer Kultur kommen, in der der Gang zum Seelenklempner verpönt ist.
Reden hilft das Trauma zu verarbeiten Doch viele verzichten auf jegliche Therapie und verfallen in Schweigen - ein schwerer Fehler, wie Psychologen betonen. Verspätete Therapie ist ein Grund, warum rund zehn Prozent der PTSD-Kranken ihre Alpträume nie überwinden, sagt Lubit. Auch Andy Koutsoudakis hat die Erfahrung gemacht, dass Reden hilft. Er selbst hat zwei Dutzend Menschen in den Tod springen sehen. Bis heute spricht der Restaurant-Eigentümer mit seinen Kunden über jenen Dienstag vor fast acht Monaten. Und kommt zu dem Schluss: "Viele Leute fühlen sich danach besser."
Quelle: 3w.t-online.de
Ich kann das durchaus nachvollziehen, denn wenn ich zurückdenke oder die grauenhaften Bilder im Fernsehen sehe, dann wird mir auch ganz anders. So etwas darf nie wieder geschehen!
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Macht keinen Unsinn hier, Ihr schadet Euch nur selbst!
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Gast
Verfasst am: 26.10.2002, 22:52
Ich stell hier mal noch ein paar Bilder rein, die wir in erinnerung behalten sollten: