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Test: DVD-Player Kiss DP-330
Verfasst am: 10.09.2002, 16:27



Finish, Features und Laufwerk
Der immer größer werdende deutsche DVD-Player-Markt wird seit kurzem von einem elegant gestalteten DVD-Player eines bislang eher weniger bekannten Herstellers bereichert: Der aus Dänemark kommende Kiss DP-330, der für 349 EUR in Deutschland angeboten wird, fällt optisch durch sein extravagantes Design aus dem Rahmen und hebt sich somit wohltuend vom sonst nicht selten anzutreffenden Einerlei dieser Preisklasse ab. Zwar ist die Frontplatte, wie für diese Preisregionen üblich, nur aus Kunststoff, dies tut der optischen Hochwertigkeit jedoch keinen Abbruch. Dass der Kunde beim Kauf des Kiss viel geboten bekommt, zeigt sich nicht nur am hohen Eigengewicht von 5 Kilo, sondern beispielsweise auch an der tadellosen Anschlussbestückung inklusive optischem und koaxialen Digitalausgang sowie einer S-Video-Hosidenbuchse. Auch einen Dolby Digital-Decoder hat der Player integriert, bedauerlicherweise fehlen diesem aber sämtliche Einstellmöglichkeiten. Dafür glänzt der dänische DVD-Spieler mit einer sehr guten Fernbedienung, die sowohl vom Design als auch von der Qualität her überzeugen kann. Im Inneren des Spielers werkelt ein sehr leise agierendes Samsung-Laufwerk, welches im Testbetrieb jede DVD problemlos beim ersten Mal einlas und sich keinen Absturz leistete. Das gesamte Innenleben macht einen gut verarbeiteten Eindruck. Der Kiss-Player verfügt über einen richtigen Netzschalter, was auch nicht mehr selbstverständlich ist. Nicht selbstverständlich ist auch, dass schon in der Bedienungsanleitung darauf hingewiesen wird, dass auf der Kiss-Website immer aktualisierte Firmware-Versionen zum Download bereit stehen.


Multimedial erfüllt der Kiss-Player alle normalen Ansprüche. So las er unsere nach vcdhelp-Muster erstellte SVCD problemlos ein. Lediglich die Einlesegeschwindigkeit könnte noch höher liegen, mit einigen Bedenksekunden hat der Benutzer den Eindruck, der DVD-Spieler müsse sich erst überlegen, ob der sich mit dem Gedanken, die SVCD abzuspielen, überhaupt anfreunden kann. Ist dieser scheinbare interne Gewissenskonflikt vorüber, glänzt der Kiss-Player mit einer tadellosen Wiedergabe, die Bildqualität ist tadellos, es gibt weder Bildstörungen noch Tonaussetzer. Auch MP3-CDs kann der DVD-Spieler wiedergeben, und zwar sowohl über den analogen Tonausgang als auch über die digitalen Ausgänge. Der Klang ist frisch und klar, hier bietet der Kiss eine sehr lobenswerte Leistung. Aussetzer leistet sich der Player nur wenige, typisch für das Produzieren von Aussetzern ist folgendes Szenario: Eine MP3-CD wird eingelegt, der Einlesevorgang dauert auch hier wieder recht lang, und beim ersten Track auf der CD mischen sich in den ersten drei bis fünf Sekunden einige Tonaussetzer. Ansonsten aber eitel Sonnenschein, während des Spielbetriebs arbeitet der Kiss sehr zuverlässig und erspart dem Hörer auch nervende Störgeräusche.

Bedienung
In dieser Disziplin erbringt der Kiss DVD-Player keine rundherum überzeugende Leistung. So einfach die Menüführung auf den ersten Blick aussieht, so sehr steckt der Teufel im Detail: Die Konfiguration des geeigneten Video-Ausgangs ist nicht gerade einfach. Bei der Erstinstallation des DVD-Players erscheint eine sogenannte "Kurzübersicht", dies stellt so etwas Ähnliches dar wie der SetupNavigator von Pioneer. Hier nun, soweit ist noch alles ok, kann die Video-Ausgabe eingestellt werden: S-Video, RGB oder Video (= FBAS). Nicht sonderlich schlimm ist noch, dass die Scart-Buchse zwar entweder RGB oder FBAS, nicht aber S-Video-Signale ausgeben kann. Also muss derjenige, der die S-Video-Variante wählt, die Hosidenbuchse verwenden. In der Kurzübersicht wird die Einstellung einmal getätigt - so weit, so gut. Wer aber, z.B. zum Bildvergleich, später über das Setup noch die Bildqualität von RGB via Scart bewundern möchte, stößt auf Widerstand seitens des Kiss DVD-Players: Zum einen ist die S-Video-Option über das normale Video-On Screen Menü nicht anwählbar (nur via Kurzübersicht). Zum anderen kommt noch folgende Schwierigkeit hinzu: Nur, wenn die Scart-Videosignalausgabe auf "Video" steht, kann das S-Video-Signal aus der Hosidenbuchse korrekt übertragen werden. Wer nun denkt, man könne dieses Problem irgendwie meistern, sieht sich enttäuscht: Eine korrekte RGB-Bildsignalausgabe bei zusätzlich angeschlossenen Hosidenkabel ist nicht möglich, ein deutlicher Grünstich vermiest hier den Bildeindruck. Also ist die einzige Möglichkeit für die RGB-Bildausgabe, das Hosidenkabel zu entfernen. Diese Eigenheit ist stark gewöhnungsbedürftig. Zugegeben, wer seinen DVD-Player einmal anschließt und es dann bei der gewählten Signalausgabe bewenden lässt, wird sich aus diesem Nachteil nicht viel machen. Für denjenigen, der aber die Bildqualität über RGB und S-Video genau vergleichen möchte (was sich, wie die Bildwertung zeigt, nämlich durchaus rentiert), ist ein umständlicher Bedienprozess die unvermeidbare Folge. Störend ist auch, dass beim Skippen das angewählte Chapter nicht via OSD auf dem Bildschirm erscheint, zudem geht es beim Kapitel springen nicht allzu schnell vorwärts. Ansonsten ist der Player rasch eingestellt, die recht lange, schmale, elegante Fernbedienung liegt gut in der Hand. Sehr gut ist das Navigationskreuz angeordnet, die Bedienung mit dem zentralen Enter-Knopf gestaltet sich tadellos. Das Display des Geräts hat genau die richtige Größe und (auch wenn es kein richtiges DOT Matrix ist) eine ansprechende Auflösung. Die etwas zu kleinen Knöpfe an der Gerätevorderseite, mit deren Hilfe sich der Player auch komplett am Gerät selber bedienen lässt, sind mit etwas Übung problemlos zu verwalten, der Druckpunkt ist genau genug definiert. Wenig genau definiert die Bedienungsanleitung die technischen Daten: So ist in dieser Hinsicht das Informationsangebot nicht eben üppig.

Bild
Der Kiss DVD-Player wird am besten über ein qualitativ hochwertiges S-Video-Hosidenkabel angeschlossen, denn befindet sich der DVD-Spieler via Scart-RGB am Bildausgabegerät, wirkt die Farbwiedergabe entschieden zu blass. Ansonsten ist das RGB-Bild sehr scharf, die Bildruhe ist ebenfalls sehr gut - aber die wenig prägnanten Farben sorgen dafür, dass der Anschluss via RGB nicht uneingeschränkt empfohlen werden kann: Wie die 16:9-Realtestbilder der DVD-Discovery zeigten, nimmt der Kiss-Player den Farben deutlich an Intensität und Ausdruckskraft: So wirken die eigentlich kräftig roten Erdbeeren blässlich und unnatürlich, das Gleiche gilt für das Früchtestilleben oder die schöne Blumenblüte ganz zu Anfang. Auch die leuchtend bunten Neon-Reklameschilder werden so nicht optimal zur Geltung gebracht. Da FBAS als Perlenketten verursachende, unschärfere und von der Bildsauberkeit her unattraktive Alternative ausscheidet, muss der Heimcineast zum S-Video-Hosidenkabel greifen - was der DVD-Player aber reich belohnt: Denn via S-Video angeschlossen, bietet der DP-330 ein hervorragendes Bild. Die Bildschärfe ist ebenso über jeden Zweifel erhaben wie die außerordentlich hohe Detailtreue, die natürliche, frische Farbwiedergabe weiß im S-Video-Betrieb absolut zu gefallen. Da auch Bildruhe und Kontrastumfang exzellent sind, kann man dem Kiss-Player hier nur überdurchschnittlich gute Qualitäten bescheinigen; Brillant die Wiedergabe des Testbildes mit dem Hühnerei, exzellent arbeitet der Player die Details auf dem Testbild mit den Goldmünzen heraus. Wie sich beim Testbild mit der schönen roten Rose deutlich zeigt, ist die Schwarzwiedergabe des Geräts ebenfalls ausgezeichnet. Scharf und klar erscheinen die Skyscraper auf dem Bildschirm. Auch beim Remake des "Planeten der Affen" überzeugt der Kiss-DVD-Spieler mit einem scharfen, für die Preisklasse sehr plastischen und homogenen Bild. Mit kräftigen, lebendigen Farben und einer wiederum hervorragenden Gesamtbildschärfe liefert der dänische DVD-Player auch hier eine makellose Spitzenleistung ab, die sich durchaus mit den besten Geräten der Klasse messen lassen kann. Hier ist Kiss also auf Anhieb ein exzellenter Player gelungen, der nicht den Klassenanschluss sucht, sondern gleich im Vorderfeld mitmischt. Nur das blässliche, zu ausdruckslose Bild bei RGB sollte sich ändern - dann kann der DP-330 visuell in jeder Disziplin Glanzpunkte setzen. Dass der Layerwechsel deutlich bemerkbar ist, das ist leider, wie bei sehr vielen anderen DVD-Playern ebenfalls, auch beim DP-330 ein Nachteil.

Ton
Schade, dass der interne Decoder keine Einstellmöglichkeiten bezüglich der Lautsprechergröße und/oder der Delay-Time mitbringt: Denn bei der "Mumie" (Erster Teil, Code 2) setzt sich der Dolby Digital-Decoder erstaunlich gut in Szene: So ist der Antritt für die Preisklasse ebenso lobenswert wie der Bassbereich, der sich zwar nicht mit einem AV-Receiver der 500 EUR-Klasse messen kann, für einen preisgünstigen DVD-Player mit Decoder als Dreingabe aber überzeugt das Resultat. Das gesamte Volumen, das zeigt sich beispielsweise auch beim Music Score, ist voll befriedigend. Die natürliche, kräftige Stimmwiedergabe ist ebenfalls als Pluspunkt zu verbuchen. Selbst bei anspruchsvoller klassischer Musik zieht sich der Decoder höchst achtbar aus der Affäre: Das Leistungsprofil bei Wolfgang Amadeus Mozarts Symphonie Nr. 40, Köchelverzeichnis 550 (Naxos DD 5.1/DTS 5.1-DVD, Tonspur DD 5.1) ist für ein solches Gerät von beachtlicher Güte: Selbst die schwierig darstellbaren Streicher bringt der Kiss DVD-Player ordentlich zur Geltung. Natürlich, der wahre Klassikfan bemerkt, dass die Präzision höher und die Feinauflösung im Hochtonbereich besser sein könnte. Aber diese Zielgruppe spricht der interne Decoder auch bestimmt nicht an. Für alle, die ab und zu mal eine Klassik-DVD anhören möchten, eignet sich der Decoder aber gut: Denn selbst die Detailwiedergabe ist recht ordentlich. Prima schlägt sich das Gerät auch bei Felix Mendelssohn-Bartholdys 1. Symphonie: Analog an den AV-Verstärker angeschlossen, ist der Klang recht frisch und lebendig, nur in den tieffrequenten Bereichen wünscht man sich noch ein wenig mehr Homogenität. Der Hochtonbereich erklingt dafür erstaunlich klar. Der Digitalton des DP-330 kann sehr gut gefallen: Klar, transparent und harmonisch bringt der Player aus dem optischen oder dem koaxialen Digitalausgang die Signale in Richtung AV-Verstärker auf den richtigen Weg. In Anbetracht des Preises sind die Leistungen des Kiss-Players in der Tonwertung alle Achtung Wert: Hier ist den etablierten DVD-Spielern auf dem Markt nicht nur ein absolut ebenbürtiger, sondern auch manchem Markengerät überlegener Konkurrent erwachsen, denn mehr Sound für weniger Geld geht kaum noch.

Fazit
Ein paar Bedienmängel und ein blasses RGB-Bild - das sind die einzigen wirklichen Schwachpunkte des dänischen Newcomers, der sich ansonsten glänzend schlägt. Dies fängt direkt beim optischen Eindruck an, das Gerät ist elegant und gut verarbeitet. Die mitgelieferte Fernbedienung verströmt in keinster Weise das Flair der Einstiegsklasse, sondern ist ebenso schön wie zweckmäßig. Die Ausstattung für den Preis ist reichhaltig, dass die Scart-Buchse kein S-Video ausgibt, ist in Anbetracht der Anwesenheit einer S-Video-Hosidenbuchse zu verschmerzen. Das Bild im S-Video-Betrieb gefällt mit einer hohen Bildschärfe, einer sehr guten Detailtreue, einem tadellosen Kontrastumfang sowie mit einer frischen Farbwiedergabe: Hier gehört der Kiss-Player auf Anhieb zur Klassenspitze. Hervorragend ist es auch um die akustischen Qualitäten bestellt: Der interne DD-Decoder besitzt zwar keine Einstellmöglichkeiten, klingt aber sowohl im Musik- wie auch im Filmbetrieb erstaunlich komplett. Die SVCD-Wiedergabe ist problemlos, die MP3-Klangqualität sehr gut, Aussetzer gibt es nur selten. Nur mehr MP3-Features sollte es geben. Sehr leise agiert das Laufwerk, allzu schnell ist es jedoch nicht. Dafür leistete sich der Kiss-Player im gesamten Testbetrieb keinen Absturz. Somit ist der Gesamteindruck des Kiss DP-330 überaus positiv, da er wirklich gute Gene in sich trägt, aus denen sich, stellt man die noch vorhandenen kleinen Mängel ab, ein Spitzengerät entwickeln lässt. Viel fehlt jedenfalls nicht mehr, wenn Kiss mit Erfolg Feintuning betreiben wird, kann der DP-330 noch so manchem etablierten Konkurrenten das Fürchten lehren.

Technische Daten:
DVD Video-Player mit 96 KHz/24-Bit Audio D/A-Wandlern
Videoausgänge: 1x SCART (mit RGB, ohne S-Video), 1 x S-Video Hosiden, 1 x Cinch (Composite)
Audioausgänge: Digital 1 x koaxial, 1 x optischanalog:: 1 x Cinch 2-Kanal Downmix, 1 x Sechskanal-Out
Farbe: Silbern
Gewicht: ca. 5,0 kg
Preis: 349 EUR (UVP)





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Gast






Verfasst am: 10.09.2002, 18:25


ich würde sagen zu teuer!

im media markt gibts jetzt den cyberhome für 99 € und da den einige meiner freunde haben und sehr zufrieden sind (die sind normalerweise sehr wählerisch) muss der gut sein. allerdings haben die sich absolut schwarz geärgert, denn die haben vor einem halben jahr noch 139 € bezahlt.

Ein ausspruch von denen lautet: der frisst alles! übersetzt bedeutet das dvd, svcd, vcd, mp3, musik-cd´s also fast alles was auf runden scheiben daherkommt.

cu



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Macht keinen Unsinn hier, Ihr schadet Euch nur selbst!



 
Gast






Verfasst am: 10.09.2002, 18:31


Von dem "Ich bin doch nicht blöd"Player habe ich bis jetzt auch nur positives gehört.
349€ Finde ich eigentlich auch zu teuer.
Preissgünstig muss ja nicht gleich,schlechte Quallität bedeuten.
Oder umgekehrt.

cu el


 
Gast






Verfasst am: 10.09.2002, 18:41


Quote:

ich würde sagen zu teuer!

im media markt gibts jetzt den cyberhome für 99 € und da den einige meiner freunde haben und sehr zufrieden sind (die sind normalerweise sehr wählerisch) muss der gut sein. allerdings haben die sich absolut schwarz geärgert, denn die haben vor einem halben jahr noch 139 € bezahlt.

Ein ausspruch von denen lautet: der frisst alles! übersetzt bedeutet das dvd, svcd, vcd, mp3, musik-cd´s also fast alles was auf runden scheiben daherkommt.

cu



ja aber der list doch keine avis, oder?
ich kenn ihn eigentlich gar nicht!
von welcher firma ist denn der?



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Gast






Verfasst am: 10.09.2002, 19:44



bei dem von dir geposteten hab ich aber auch nix davon gelesen, dass der divX/avi´s liest, oder?

wenn der das könnte wär der preis okay aber so

und svcd/vcd na ja das ist oder sollte zumindest nix besonderes sein.

cu



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