Umbautrick für IDE-Controller Verfasst am: 09.08.2009, 22:59
Einfach und effektiv
Umbautrick für IDE-Controller zur Verbesserung der Gesamtperformance.
Festplatten und Controller sind nicht nur Beiwerk des PCs. Zur Verbesserung der Gesamtperformance zeigt PCpro einen Umbautrick für IDE-Controller und gibt einige Software-Tipps
Promise: Hokuspokus Raid
Für all jene, die bereits einen Promise Ultra 66 oder Ultra 100 Controller besitzen, der aber keine Raid-Funktionen bietet, gibt es eine gute Nachricht. Mit äußerst geringen Mitteln kann dieser zu einem vollwertigen Raid-Controller umgebaut werden, der Striping (Raid 0), Mirroring (Raid 1) oder beides (Raid 10) beherrscht.
Die Festplattenperformance lässt sich so auf fast das Doppelte erhöhen, vorausgesetzt, es werden mindestens zwei identische oder zumindest gleich große Platten angeschlossen.
Umbau in mehreren Schritten
Zwei Drahtbrücken, zwei Widerstände und ein neues Bios genügen für einen U-DMA/100-Raid-Controller.
Der Umbau geschieht in mehreren Schritten und sollte nur vom Fachmann durchgeführt werden, da eine unsachgemäße Handhabung den Controller beschädigen kann.
Zuerst werden die Pins 2 und 3 des Biosbausteins knapp über der Platine abgeschnitten und vorsichtig hochgebogen. Danach verbindet man Pin 2 mit dem Widerstand R16 und Pin 3 mit dem Widerstand R17. Hierfür genügen kurze Stücke Fädeldraht und eine ruhige Hand.
Im folgenden Schritt wird das Bios geflasht, wobei das Raid-Bios mit zugehörigem Flashprogramm vorher auf eine Diskette zu speichern ist. Vor dem eigentlichen Brennen ist es sinnvoll, das alte Bios auf Diskette zu sichern. Aufgerufen wird das Programm Ptiflash.exe mit der Option /unlimit. Im Anschluss daran wird am Bios ein bedrahteter 1/4- Watt-Widerstand mit 120 Ohm zwischen Pin 4 und 16 gelötet.
Kann im nächsten Schritt das Bios nicht noch einmal programmiert werden (mit demselben Bios-Upgrade wie zuvor), ist der Umbau bereits beendet. Falls sich das Bios flashen lässt, ist zwischen Pin 23 und 16 ein zweiter Widerstand mit ebenfalls 120 Ohm einzulöten. Während des gesamten Umbaus ist darauf zu achten, dass am Bios-Baustein nicht zu lange gelötet wird, da dieser durch Überhitzung zerstört werden kann.
Sind beide Teile des Umbaus einwandfrei verlaufen, verfügt der Controller nun über die Raid-Möglichkeiten des Fasttrak 100.
Transferbremse
In vielen PCs liegt eine Performance-Steigerung verborgen, die sich leicht aktivieren lässt. Während der Assemblierung im Werk wird zu oft bei den Datenträgersystemen der DMA-Modus nicht aktiviert. Dadurch verlangsamt sich der gesamte Datendurchsatz von CPU zu Festplatte. Auch das CD-Laufwerk ist hiervon betroffen.
Unter Windows 98 SE ist diese Option in der Systemsteuerung unter dem Icon System zu finden. Innerhalb der dort aufgelisteten Geräte und Karten gibt es das Datenträgersystem. Nach einem Doppelklick öffnet sich ein neues Fenster, in dem sich der DMA-Modus ein- und ausschalten lässt. Diese Option gibt es auch in Windows 2000. Hier ist sie auch in der Systemsteuerung enthalten. Durch die Verwandtschaft mit NT 4 ist diese Auswahl aber etwas versteckt im Gerätemanager untergebracht.
In den meisten Fällen ist bereits "DMA falls verfügbar" eingestellt, wodurch ein manuelles Ändern unter Windows 2000 in der Regel nicht erforderlich ist. NT4 lässt den Anwender im Dunkeln, ob bei IDE-Platten der DMA-Modus aktiviert ist. Zur Kontrolle gibt es jedoch das Utility Dmacheck.exe (zu finden im Servicebereich von www.microsoft.de und im Servicepack 6), welches den aktuellen DMA-Status der IDE-Kanäle anzeigt. Zeigt das Statusfenster deaktivierte DMA-Modi, genügt ein Klick zur Korrektur. Wichtig ist dabei ein Reboot des PCs. Erst danach läuft eine IDE-Platte mit der vollen Geschwindigkeit. Dieses seltsame Verhalten kann auch unter Windows 2000 auftreten. Das Tool hilft aber auch hier weiter.
Windows NT und seine acht GByte
Moderne Festplatten mit IDE-Schnittstelle bieten mit bis zu 75 GByte mehr Speicherplatz denn je. Windows NT 4.0 hat hier jedoch einen kleinen Schönheitsfehler, der sich Atapi.sys nennt. Standardmäßig werden nur acht GByte einer Platte erkannt, trotz Servicepacks. Damit auch größere Festplatten korrekt angesprochen werden können, muss entweder etwas umständlich die Platte von Diskette aus auf Fat32 formatiert oder in der sinnvolleren Variante ein neuer Atapitreiber installiert werden.
Der mit einem Erstelldatum nach 1999 versehene Treiber erkennt auch aktuelle, größere IDE-Festplatten ab acht GByte einwandfrei. Einer Nutzung der gesamten Plattenkapazität in einer oder mehrernen Partitionen steht dann auf IDE-Platten nichts mehr im Wege. Die Acht-GByte-Grenze gilt nicht auf SCSI-Platten. Diese erkennt NT 4 aufgrund aktuellerer SCSI-Trieber mit ihrer korrekten Größe.